Wenn die Pflicht ruft ist uns Haushüter kein Weg zu weit

Schon gar nicht, wenn Anfang Februar in Bayern zweistellige Minusgrade herrschen und die zu betreuende Finca, bei angenehmen Tagestemperaturen um 19-21 % Celsius, lediglich einige Flugstunden entfernt auf den kanarischen Inseln liegt.[/size]

La Palma, im Nordwesten des Kanarischen Archipels gelegen, bietet enorme Kontraste. Das ganzjährige, frühlinghafte Klima sowie der gemäßigte Regen erlauben es das ganze Jahr über die üppige Natur zu genießen.
Die Insel besteht aus zwei ganz unterschiedlichen geologischen Bereichen: dem Norden, grün und dicht belaubt, sowie dem Süden mit seinen Vulkanen mit karger Landschaft. Zwei Drittel der Insel ist mit Wald bedeckt. Der Hauptgebirgskamm (Cumbre Nueva und Cumbre Vieja) teilt die Insel in zwei Hälften und hält die Wolken auf, die die Passatwinde aus Nordosten mit sich bringen.
Auf La Palma leben 80.000 Menschen, davon 18.000 Einwohner in der Hauptstadt Santa Cruz mit dem Flughafen. La Palma erstreckt sich auf einer Länge von 47 km und einer Breite von 29 km.

Im Februar blühen hier die Mandelbäume

Wir hatten Glück, "unsere" Finca ein liebevoll restauriertes Anwesen auf 2.500 m2 Grund, liegt 700 m hoch auf der sonnigen Westseite der Insel. Der Flug von München direkt nach La Palma dauert ca. 5 Stunden.

Die Anreise zur Finca mit dem freundlicher Weise vom Besitzer zur Verfügung gestellten Auto war eine wild-romantische Berg- und Tal Fahrt. Glücklicherweise fiel die Orientierung nicht allzu schwer. Es gibt gut beschilderte Straßen für den Autoverkehr. Beliebt und vielbenutzt sind neu angelegte, sowie zum Teil uralter Wanderwege, die an der Küste entlang, durch tiefe Schluchten und über das Gebirge atemberaubende Ausblicke auf erkaltete Vulkanströme, steile Abhänge, aber auch üppige Gärten, prächtige Mandel-, Apfelsinen – und Drachenbaumhaine und den Blick auf den weiten Atlantik unterhalb der eindrucksvolle Steilküste bieten.

jetzt leben wir seit einer Woche auf der uns anvertrauten Finca und haben uns mittlerweile gut eingewöhnt. Es gibt viel zu tun um Haus und Garten in Ordnung zu halten und so viel Neues zu entdecken, dass keine Langweile aufkommen kann. Auf diesem Teil der Insel hat es seit einem Jahr nicht geregnet. Die Finca verfügt über einen eigenen Brunnen, so können wir guten Gewissens die Bäume, Sträucher und sonstige Pflanzen auf dem Anwesen wässern.
Gleich neben dem Wohnhaus ist ein kleiner Kräuter- und Gemüsegarten angelegt. Schließlich kann man auf dieser Insel dreimal pro Jahr ernten. Wir haben Kopfsalatsetzlinge gepflanzt und sind gespannt wie lange es dauern wird, bis wir oder die Eigentümer den ersten Salat ernten können. Übrigens, hier schmecken und vor allem riechen Tomaten wirklich noch wie Tomaten.

Die Finca liegt auf terrassiertem Gelände oberhalb einer steilen Straße auf 700 m Höhe, selten hört man ein Auto, die Luft ist klar und rein. In dieser Landschaft leben seit Jahrhunderten die „Palmeros“ die Nachfolger der von den spanischen Eroberern überwältigten Ureinwohnern, den Guanchen.
Es gibt auf der Insel keine Kriegerdenkmäler und Heldenfriedhöfe. Niemand bläst hier Smog-Alarm, braucht die lauten Friedens-Beteuerungen oder hat Angst vor dem Sterben des Waldes.
Wir freuen uns auf weitere erfüllte, friedliche Tage als Haushüter auf La Palma, „dem ruhigen Rand einer unruhigen Welt“.
Empfehlenswerte Quellen: NATOUR trekking(www.natour-trecking.de)
La Palma Die Canarische Insel Hrsg.:J.M.Castro, s.Eigen, W.Göbel

Hans-Peter Reiss
HC & S -Die Haushüter